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Adjektivdeklination (Adjektivendungen)

Wie sich deutsche Adjektivendungen je nach Artikel, Genus, Numerus und Kasus verändern.

Was ist die Adjektivdeklination?

Wenn ein Adjektiv vor einem Nomen steht, bekommt es eine Endung. Die Endung hängt von drei Dingen zusammen ab: vom Artikel davor, vom Genus und Numerus des Nomens und vom Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ). Es gibt drei Muster: schwach (nach bestimmtem Artikel), gemischt (nach unbestimmtem Artikel/Possessivartikel/kein) und stark (ohne Artikel).

Adjektive nach dem Verb bekommen keine Endung:

  • Der Wein ist gut.
  • Die Suppe schmeckt lecker.

Schwache Endungen (nach dem bestimmten Artikel)

Nach der/die/das, dieser, jeder, welcher, alle ist das Adjektiv „schwach": Der Artikel zeigt schon den Kasus, deshalb braucht das Adjektiv nur -e oder -en.

Kasus maskulin feminin neutral Plural
Nominativ der gute Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute
Akkusativ den guten Mann die gute Frau das gute Kind die guten Leute
Dativ dem guten Mann der guten Frau dem guten Kind den guten Leuten

Beispiele:

  • Der junge Lehrer ist nett.
  • Ich kenne den jungen Lehrer.
  • Ich helfe der netten Frau.
  • Die kleinen Kinder spielen draußen.

Gemischte Endungen (nach ein, kein, Possessivartikel)

Nach ein/eine, kein und Possessivartikeln (mein, dein, sein, ihr, unser ...) zeigt der Artikel manchmal keine klare Endung (z. B. ein, mein), deshalb muss das Adjektiv das Genus/den Kasus anzeigen. Sonst verhält es sich wie das schwache Muster.

Kasus maskulin feminin neutral Plural
Nominativ ein guter Mann eine gute Frau ein gutes Kind meine guten Freunde
Akkusativ einen guten Mann eine gute Frau ein gutes Kind meine guten Freunde
Dativ einem guten Mann einer guten Frau einem guten Kind meinen guten Freunden

Beispiele:

  • Das ist ein neuer Computer.
  • Ich suche eine billige Wohnung.
  • Wir haben ein großes Problem.
  • Er fährt mit seinem alten Auto.
  • Ich spreche mit meinen deutschen Kollegen.

Starke Endungen (ohne Artikel)

Wenn gar kein Artikel da ist, muss das Adjektiv selbst das volle Kasussignal tragen. Die Endungen sehen fast aus wie der bestimmte Artikel (außer maskulin/neutral im Genitiv).

Kasus maskulin feminin neutral Plural
Nominativ guter Wein frische Milch kaltes Bier nette Leute
Akkusativ guten Wein frische Milch kaltes Bier nette Leute
Dativ gutem Wein frischer Milch kaltem Bier netten Leuten

Beispiele:

  • Ich trinke gern heißen Tee.
  • Frische Luft ist gesund.
  • Wir essen frisches Brot.
  • Sie kocht mit gutem Öl.

Merktipps: das -e/-en-Muster

Eine nützliche Abkürzung für das schwache Muster: Nur fünf „einfache" Formen bekommen -e (der Nominativ Singular aller drei Genera sowie Akkusativ feminin und neutral). Alles andere bekommt -en.

  • Nach klarem Artikel gilt: „-e in der oberen Ecke, -en überall sonst."
  • Plural und Dativ enden fast immer auf -en.
  • Beim starken Muster kopiert das Adjektiv die Endung von der/die/das: -er (mask.), -e (fem.), -es (neut.), -em (Dativ mask./neut.).

Häufige Fehler

  • Falsch: Ich habe ein gut Buch gelesen. — Richtig: Ich habe ein gutes Buch gelesen. (Nach ein + neutral braucht man -es.)
  • Falsch: Der alt Mann wohnt hier. — Richtig: Der alte Mann wohnt hier. (Adjektiv vor einem Nomen braucht immer eine Endung.)
  • Falsch: Ich helfe dem netten Frau. — Richtig: Ich helfe der netten Frau. (Feminin Dativ heißt der, das Adjektiv bleibt aber -en.)
  • Falsch: Wir trinken gut Wein. — Richtig: Wir trinken guten Wein. (Ohne Artikel, mask. Akkusativ → stark -en.)
  • Falsch: Die kleine Kinder spielen. — Richtig: Die kleinen Kinder spielen. (Plural nach die ist immer -en.)

Relevanz für die Goethe-B1-Prüfung

Adjektivendungen kommen in jedem Modul vor. In Lesen (65 Min., 5 Teile) und Hören (ca. 40 Min., 4 Teile) helfen korrekte Endungen, zu verstehen, wer wem was tut. In Schreiben (60 Min., 3 Aufgaben) — besonders bei der E-Mail — verbessern genaue Endungen deine Grammatiknote. In Sprechen (ca. 15 Min., 3 Teile) klingen deine Beschreibungen natürlicher. Da du nur 60 % zum Bestehen brauchst, sind diese regelmäßigen Muster ein einfacher Weg zu Punkten.

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