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Der Infinitiv mit zu

Lerne, wann das Deutsche den Infinitiv mit zu benutzt, wohin zu bei trennbaren Verben gehört und warum Modalverben und werden ohne zu stehen.

Was ist der Infinitiv mit zu?

Viele deutsche Sätze verbinden einen Hauptsatz mit einem zweiten Verb im Infinitiv. Oft braucht dieser Infinitiv das kleine Wort zu davor. Das Verb steht am Ende des Satzes.

  • Ich versuche, pünktlich zu sein.
  • Es macht Spaß, Deutsch zu lernen.

Nach bestimmten Verben

Eine Gruppe von Verben steht meist mit einem Infinitiv mit zu. Häufig sind: versuchen, vergessen, hoffen, anfangen, beginnen, aufhören, sich freuen, vorhaben, planen.

  • Ich hoffe, dich bald zu sehen.
  • Er hat vergessen, die Tür zu schließen.
  • Wir fangen an, das Buch zu lesen.
  • Sie hört auf, zu rauchen.
  • Ich freue mich, dich zu treffen.

Nach „es ist“ + Adjektiv und nach Nomen

Die Konstruktion folgt auch auf es ist + Adjektiv und auf bestimmte Nomen.

  • Es ist wichtig, pünktlich zu sein.
  • Es ist schwer, eine Sprache zu lernen.
  • Ich habe die Möglichkeit, im Ausland zu studieren.
  • Hast du Lust, ins Kino zu gehen?

In um / ohne / (an)statt … zu

Diese drei Konnektoren stehen immer mit einem Infinitiv mit zu.

Konnektor Bedeutung Beispiel
um … zu Ziel/Zweck Ich lerne, um die Prüfung zu bestehen.
ohne … zu ohne Handlung Er ging, ohne etwas zu sagen.
(an)statt … zu als Ersatz Statt zu arbeiten, schläft er.

Stellung von zu bei trennbaren Verben

Bei trennbaren Verben steht zu zwischen Vorsilbe und Verbstamm und wird zusammengeschrieben.

Infinitiv Mit zu Beispiel
aufstehen aufzustehen Es ist schwer, früh aufzustehen.
einkaufen einzukaufen Ich habe vergessen, einzukaufen.
anrufen anzurufen Vergiss nicht, mich anzurufen.
mitkommen mitzukommen Hast du Lust, mitzukommen?

Kein zu nach Modalverben und werden

Nach Modalverben (können, müssen, wollen, sollen, dürfen, mögen) und nach werden benutzt man den reinen Infinitiv ohne zu.

  • Ich kann gut schwimmen. — nicht zu schwimmen
  • Du musst jetzt gehen.
  • Wir werden morgen fahren.

Häufige Fehler

  • Falsch: Ich kann Deutsch zu sprechen. — Richtig: Ich kann Deutsch sprechen (kein zu nach Modalverben).
  • Falsch: Ich versuche pünktlich sein. — Richtig: Ich versuche, pünktlich zu sein (dieses Verb braucht zu).
  • Falsch: Ich habe vergessen, zu einkaufen. — Richtig: Ich habe vergessen, einzukaufen (zu steht im trennbaren Verb).
  • Falsch: Ich werde morgen zu kommen. — Richtig: Ich werde morgen kommen (kein zu nach werden).
  • Falsch: Ich lerne, um die Prüfung bestehen. — Richtig: Ich lerne, um die Prüfung zu bestehen.

Relevanz für die Goethe-B1-Prüfung

Der Infinitiv mit zu ist für natürliches B1-Deutsch unverzichtbar. In Schreiben (60 Min., 3 Aufgaben) helfen dir Wendungen wie Es ist wichtig, … zu … und Ich habe vor, … zu …, Pläne und Meinungen auszudrücken. In Sprechen (~15 Min., 3 Teile) hilft Hast du Lust, … zu …? bei Vorschlägen. In Lesen (65 Min., 5 Teile) und Hören (~40 Min., 4 Teile) musst du um … zu und ohne … zu verstehen. Da du 60 % zum Bestehen brauchst, lohnt sich diese Struktur.

Möchtest du den Infinitiv mit zu üben? Mach einen Modelltest.