Relativsätze
Wie man deutsche Relativsätze mit dem richtigen Relativpronomen und der korrekten Wortstellung bildet.
Was ist ein Relativsatz?
Ein Relativsatz gibt zusätzliche Informationen über ein Nomen. Er wird mit einem Relativpronomen (der, die, das ...) eingeleitet und wie alle Nebensätze steht das Verb am Ende.
- Das ist der Mann, der in Berlin wohnt.
- Ich kenne die Frau, die Deutsch unterrichtet.
Die Relativpronomen
Die Relativpronomen sehen fast aus wie der bestimmte Artikel. Beachte den besonderen Dativ Plural (denen) und alle Genitiv-Formen (dessen/deren).
| Kasus | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Akkusativ | den | die | das | die |
| Dativ | dem | der | dem | denen |
| Genitiv | dessen | deren | dessen | deren |
Wie wählt man das richtige Pronomen?
Zwei Fragen:
- Genus und Numerus kommen vom Bezugsnomen (dem Nomen im Hauptsatz).
- Kasus kommt von der Rolle des Pronomens im Relativsatz (Subjekt → Nominativ, direktes Objekt → Akkusativ usw.).
In der Mann, den ich kenne ist „Mann" maskulin (→ der/den-Reihe), und im Satz ist das Pronomen das Objekt von kennen → Akkusativ → den.
Beispiele für Nominativ, Akkusativ und Dativ
- Das ist der Student, der gut Deutsch spricht. (Nominativ: der Student ist das Subjekt.)
- Hier ist das Buch, das ich gekauft habe. (Akkusativ neutral: das Buch ist das Objekt.)
- Das ist der Kollege, dem ich geholfen habe. (Dativ: helfen steht mit Dativ.)
- Das sind die Freunde, denen ich vertraue. (Dativ Plural.)
- Das ist die Stadt, deren Name ich vergessen habe. (Genitiv.)
Relativsätze mit Präposition
Wenn das Verb oder die Bedeutung eine Präposition braucht, steht die Präposition vor dem Pronomen, und sie bestimmt den Kasus.
- Das ist das Zimmer, in dem ich schlafe. (in + Dativ.)
- Das ist der Tisch, auf dem das Buch liegt.
- Das sind die Leute, mit denen ich arbeite. (mit + Dativ Plural.)
- Das ist der Grund, aus dem ich gekommen bin.
„wo" für Orte
Bei Orten kann man in dem / an dem oft durch wo ersetzen:
- Das ist die Stadt, wo ich geboren bin. (= in der ich geboren bin.)
- Das ist das Café, wo wir uns treffen.
„was" nach alles, etwas, nichts und ganzen Sätzen
Verwende was (nicht das) nach unbestimmten Wörtern wie alles, etwas, nichts, viel, das Beste und um sich auf einen ganzen Satz zu beziehen.
- Das ist alles, was ich weiß.
- Es gibt nichts, was mich stört.
- Er hat die Prüfung bestanden, was mich sehr freut.
Häufige Fehler
- Falsch: Der Mann, der ich kenne, ... — Richtig: Der Mann, den ich kenne, ... (Im Satz ist er das Objekt → Akkusativ den.)
- Falsch: Die Freunde, die ich vertraue ... — Richtig: Die Freunde, denen ich vertraue ... (vertrauen steht mit Dativ → denen.)
- Falsch: Das Haus, in das ich wohne ... — Richtig: Das Haus, in dem ich wohne ... (wohnen in steht mit Dativ, nicht Akkusativ.)
- Falsch: Alles, das ich habe ... — Richtig: Alles, was ich habe ... (Nach alles steht was.)
- Falsch: Das ist der Mann, der wohnt in Berlin. — Richtig: Das ist der Mann, der in Berlin wohnt. (Das Verb muss ans Ende.)
Relevanz für die Goethe-B1-Prüfung
Relativsätze verbinden Ideen zu längeren, natürlicheren Sätzen. In Schreiben (60 Min., 3 Aufgaben) verbessern sie deine Kohärenz und Grammatiknote; in Sprechen (ca. 15 Min., 3 Teile) helfen sie, Bilder zu beschreiben und Meinungen flüssig zu äußern. In Lesen (65 Min., 5 Teile) und Hören (ca. 40 Min., 4 Teile) hilft das Erkennen von Genus und Kasus, langen Sätzen zu folgen. Bei einer Bestehensgrenze von 60 % sind sie ein verlässlicher Punktebringer.
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